BEM = Betriebliches Eingliederungs-Management: 
Ein Instrument der gesundheitlichen Prävention – nach § 84 Abs. 2 Sozialgesetzbuch (SGB) IX

                                                                                     Das Info des PR befindet sich unter (Downloads => allgemeine Infos)

 

Anlass für ein BEM-Gespräch:
Eine Krankheit, die länger als 6 Wochen ununterbrochen dauert oder wiederholte Dienstunfähigkeit innerhalb der letzten 12 Monate

Inhalt des BEM-Gesprächs:
Der Arbeitgeber will wissen, worauf die Krankheit überwiegend zurückzuführen ist (keine medizinischen Details), ob sie mit dienstlichen Ursachen in Zusammenhang steht, ob künftig mit längeren Ausfallzeiten durch Krankheit zu rechnen sein wird.

Ziel:
Die aktuelle Dienstunfähigkeit soll überwunden und eine erneute verhindert werden. Die Erhaltung des Arbeitsplatzes wird angestrebt.
Beispiele für Unterstützungsmaßnahmen: Fortbildung, Supervision, Teilzeit, Stundenplangestaltung, bauliche Veränderungen am Arbeitsplatz, stufenweise Wiedereingliederung nach langer Krankheit. (siehe Downloads => Schwerbehinderung)

Rechtliche Grundlagen:
Nach Sozialgesetzbuch (SGB) IX § 84,2 ist der Arbeitgeber verpflichtet, Beschäftigte bei der Eingliederung in den Arbeitsprozess zu unterstützen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat – in Zusammenarbeit mit den Personalräten – dazu am 19. Mai 2006 eine Rundverfügung erlassen. Beim BEM handelt es sich jedenfalls um ein offizielles von der Bezirksregierung eingeleitetes Verfahren. Die Führung des Gespräches kann delegiert werden, z. B. an die Schulleitung.

Beteiligte Personen:
Schulleitung (und/oder Bezirksregierung) und Beschäftigte/r; 
Personalrat und Schwerbehindertenvertretung werden formal informiert und ggf. auf Wunsch des Beschäftigten inhaltlich beteiligt. Je nach Einzelfall können darüber hinaus Arbeitsmedizinischer und sicherheitstechnischer Dienst (bei uns BAD), Krankenkasse, Lehrerrat, Schulträger oder andere Fachkundige wie z. B. Integrationsfachdienst beteiligt werden. Der Teilnehmerkreis soll möglichst klein sein.

Ort des BEM-Gesprächs: Entweder bei der Schulleitung oder bei der Bezirksregierung
Die Bezirksregierung geht davon aus, dass die Gespräche in der Regel in der Schule stattfinden. Auf Wunsch des Beschäftigten kann das Gespräch auch in der Bezirksregierung mit Vertretern der Bezirksregierung geführt werden.

 

Empfehlung des Personalrats:

Aus arbeitsrechtlichen Gründen rät der Personalrat das BEM-Gespräch nur dann abzulehnen, wenn das Ende der Krankheit abzusehen ist (z.B. bei Beinbruch).

Wir empfehlen, eine Person des Vertrauens (aus: Lehrerrat, Personalrat, Kollegium oder Schwerbehindertenvertretung) mitzunehmen, diese vorher genau zu informieren, die Fakten offen zu legen und mögliche Ziele zu formulieren.

Zur Vorbereitung sollte der Beschäftigte sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen. Die Schwerbehindertenvertretung oder ein Mitglied des Personalrats helfen gerne...

 
1.    Können schulbetriebliche Gründe für die Erkrankung isoliert werden?
 
2.    An welchen Stellen ist mein Arbeitsbereich mit Schwierigkeiten und Schwachstellen behaftet?
      (Organisation, Rahmenbedingungen, Zusammenarbeiten mit KollegInnen und Vorgesetzten)
 
3.    Welche Arbeitsbereiche und Tätigkeiten möchte ich unbedingt beibehalten?
 
4.    Was müsste verändert werden, damit meine Arbeit für mich persönlich zufriedenstellender werden könnte?
 
5.    Welche innerschulischen Erleichterungen könnten für mich behilflich sein, dass meine Gesundheit in Zukunft stabiler sein
       könnte? (z. B. Supervision, Lehrerfortbildung)
 
6.    Kommt für mich evtl. auch ein Schulwechsel in Frage?

 

Weitere Informationen:

 

  • Broschüre „Handlungsempfehlungen zum BEM“ des Landschaftsverbandes Rheinland (darin besonders die Seiten 15 - 17 (häufig gestellte Fragen) und S. 44 (mögliche Stolpersteine und wie man sie vermeiden
  • Vertrauensfrau für schwerbehinderte KollegInnen an Gesamtschulen
  • www.gesuender-arbeiten.de
   
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